Heimatverein der Stadt Gartz (Oder) e.V.

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Cathlen Stein

Heinrichshofer Str. 42
16307 Gartz (Oder)

Telefon 033332 80091

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Am 11. Januar 2000 wurde der Heimatverein Gartz (Oder) e.V. mit 21 Mitgliedern gegründet, eine Vereinssatzung verabschiedet und der Vorstand gewählt. Heute zählt der Verein 31 Mitglieder. Vorsitzende des Heimatvereins ist Frau Cathlen Stein.

Der Zweck des Vereins ist die Förderung und Pflege der kulturhistorischen und kulturellen Traditionen und Belange in Gartz (Oder) sowie die Förderung der Heimatverbundenheit unserer Bürger. Seine Ziele verwirklicht der Verein insbesondere durch:

  • Mitwirkung bei der Betreibung des Ackerbürgermuseums
  • Unterstützung der Beschaffung und Sammlung von Mobiliar, Geräten, Dokumenten u.a. zur Geschichte der Stadt Gartz (Oder), sowie deren näheren Umgebung
  • Beteiligung an Ausstellungen und Veranstaltungen künstlerischer und kultureller Art
  • Pflege der plattdeutschen Sprache
  • Mitwirkung bei der Denkmalpflege und der Erhaltung alter Bausubstanzen
  • Schaffung einer Chronik der Stadt Gartz (Oder)
  • Förderung und Erhalt der Kultur- und Naturlandschaft
  • Beschäftigung mit dem Wirken von Bürgern, die in besonderer Weise die Geschichte der Stadt geprägt haben

Aktivitäten: Knüppelkuchen backen beim Feuer nach der Maibaumaufstellung, Herausgabe eines Kalenders mit alten Fotografien von Gartz, Grabpflege, Ausgestaltung "Gartzer Treffen", deutsch-polnische Ausstellung zum Tag des offenen Denkmals, Konzert in Kirche und dem Spittel


Aktuelle Meldungen

Tag des offenen Denkmals in Gartz (Oder) mit Besucherrekord

(17.09.2009)

Die drei geöffneten Denkmale in Gartz (Oder), die St. Stephans-Kirche, das Ackerbürgermuseum mit dem Stettiner Tor und die Heilig-Geist-Hospitalkirche (Spittel) hatten am Tag des offenen Denkmals sehr viele Besucher. Der Gartzer Heimatverein präsentierte 14 Bildtafeln mit Fotos von Erdmann Hefter und 18 von Erdmann Hefter selbst gestaltete Collagen. Der Ansturm von Besuchern begann gleich um 10 Uhr und endete erst kurz vor 18 Uhr. Alle nahmen sich viel Zeit zum Betrachten der Bilder. Oft wurde Bedauern darüber geäußert, dass die Präsentation nur einen Tag zugänglich ist. Viel Zeit und Arbeit steckten Herr Hefter und der Vorstand in die Ausstellung. Die Tafeln des Vereins werden demnächst wieder zu sehen sein und Erdmann Hefter hat zugesagt, zu gegebener Zeit die Collagen erneut zur Verfügung zu stellen.

 

Ein Grundsatz von Erdmann Hefter zu langen Winterabenden, als Alternative zum Fernseher und zum Buch, lautet: "Erinnere Dich und schreib es auf! Man wird alt und unwillkürlich gehen die Gedanken zurück, zurück nach einem fernen Ort, in dem wir gelebt haben, als wir noch jünger und frischer waren! - in Gedanken überbrückt man Zeit und Raum."

 

Erdmann Hefter war nahezu den ganzen Tag im Spittel. Er wollte sehen, wie seine Arbeiten vom Publikum aufgenommen werden. Die Collagen sind jeweils auf ein Thema bezogen -Ackerbürgermuseum, Die alte Stadt, Festungsanlagen usw. -, zum Teil sind sie auch mit einem heiteren Auge zu betrachten, wie z. B. "Kreatives aus den Vorgärten". Künstlerisch wirken die Arbeiten "Himmel über Gartz" und "Unberührte Natur". Erdmann Hefter wünscht sich, dass er mit seinen erinnerungswürdigen Erzählungen und Geschichten in den beiden Heften Nr. 6 und 7 der Reihe "Geschichtliches und Geschichten" und seinen Bildern in der Ausstellung ein kleines "Flämmchen" entzündet hat. Wir sind darauf gespannt und werden die Ideen und Arbeiten der Gartzer zum Thema Geschichte von Gartz (Oder) aufgreifen und unterstützen.

 

Gerd Günzel für den Heimatverein der Stadt Gartz (Oder)

Foto zur Meldung: Tag des offenen Denkmals in Gartz (Oder) mit Besucherrekord
Foto: Tag des offenen Denkmals in Gartz (Oder) mit Besucherrekord

150 Jahre Sparkasse in Gartz (Oder)

(08.09.2009) In meinen am 05.05.2009 an die Abgeordneten der Stadtverordnetenversammlung übergebenen Papier zur ersten Wahl der Stadtverordnetenversammlung am 18.08.1809 ging ich auf Traditionen ein. Im letzten Jahr gestalteten wir in der Sparkasse eine Ausstellung und dabei machten wir darauf aufmerksam, das in Werbeanzeigen der Sparkasse aus den 20-ziger Jahren des 20. Jahrhunderts diese im Jahr 1888 gegründet wurde, also damals 120 Jahre alt war. Bei der Suche nach Informationen für den heutigen Abend (08.09.2009), fand ich dann im „Landbuch für Pommern und Rügen" von Dr. Heinrich Berghaus, dass die Sparkasse in Gartz im Jahr 1859 durch Statut vom 01. Mai errichtet wurde. Wir können also in diesem Jahr auf eine 150 jährige Tradition des Instituts Sparkasse zurückblicken.

200 Jahre Stadtverordnetenversammlung

(08.09.2009)  

200 Jahre Stadtverordnetenversammlung

von Gerd Günzel

 

Die Stadtverordneten der Stadt Gartz (Oder) nahmen sich am 08.09.2009 trotz eines großen Programms Zeit, dieses Ereignis, die Wahl der 1. Stadtverordneten-versammlung am 18.08.1809 zu würdigen. Herr Gerd Günzel erstattete zu Beginn folgenden Bericht. Danach stießen die Abgeordneten mit einem Glas Sekt an.

 

Sehr geehrte Stadtverordnete, sehr geehrte Gäste.

 

Anlässlich eines so bedeutenden Jubiläums ist es mir eine Ehre als Vorsitzender des Heimatvereins der Stadt hier sprechen zu dürfen.

 

Gestatten Sie mir nun einen kleinen Exkurs in die Zeit vor 200 Jahren.

 

Zeittafel Brandenburg/Preußen/Pommern

 

1800

In Berlin wird die erste Dampfmaschine aufgestellt und die Briefpost eingeführt.

1805

Die „Kriminal-Ordnung für die Preußischen Staaten" tritt in Kraft.

1805-1806

3. Koalitionskrieg gegen Frankreich.

1806

Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation hat aufgehört zu existieren. Napoleon gründet den Rheinbund, diesem schließen sich 16 deutsche Reichsstände an. Kaiser Franz II. legt die Kaiserkrone des Heiligen Reiches Deutscher Nation, nach einem Ultimatum Napoleons, nieder.

1806-1807

König Friedrich Wilhelm der III. fordert Frankreich auf, die deutschen rechtsrheinischen Gebiete zu räumen. Dies ist der Auftakt zum 4. Koalitionskrieg gegen Frankreich.

14.10.1806

Niederlage der preußisch-sächsischen Truppen bei Jena und Auerstedt.

24.10.1806

Franzosen besetzen Berlin

03.11.1806

Die ersten Franzosen rücken in Gartz ein. Damit verbunden sind ständige Einquartierungen bis Dezember 1813, da sich die französische Besatzung der Festung Stettin sich ergeben musste.

09.10.1807

Karl von und zum, Stein, leitender Minister der Reform 1807/08 und Karl August Hardenberg, der von 1810 bis 1822 Staatskanzler war, leiten die so genannten preußischen Reformen ein. Im Oktoberedikt-Edikt zur Bauernbefreiung sind drei wichtige Dinge enthalten:

 

  1. Befreiung der Bauern von der Gutsuntertänigkeit,
  2. Freiheit des Güterverkehrs
  3. freie Berufswahl

19.11.1808

Die Städteordnung wird erlassen

27.10.1810

Finanzedikt

02.11.1810

Gewerbeordnung

30.07.1812

Gendarmerieedikt

1811

In Berlin wird in der Hasenheide der erste Turnplatz des Friedrich Ludwig Jahn („Turnvater") eröffnet.

24.02.1812

Preußen muß im Pariser Vertrag ein Hilfskorp für den bevorstehenden Feldzug gegen Russland stellen, und den französischen Truppen freien Durchzug gewähren.

11.03.1812

In Preußen erhalten etwa 30.000 Juden durch Schutzbrief garantierte Gleichberechtigung.

 

Einführung der Städteordnung 1808

 

Preußen und Österreich waren im 18. Jahrhundert klassische Reformstaaten im Sinne des aufgeklärten Absolutismus. Besonders unter König Friedrich II., der sich als „erster Diener des Staates" verstand, galt Preußen als ein fortschrittliches und reformorientiertes Land. Unter seinen Nachfolgern auf dem Preußischen Thron waren diese Reformbemühungen jedoch erstarrt: Es ging nicht nur die zielbewusste Energie in der Staatsführung verloren, sondern es gab auch Rückschritte besonders auf kulturellem Gebiet. Dies führte zu einem Sinken des königlichen Ansehens und einer Schwächung des Staates im Inneren.

 

Die Folgen der militärischen Niederlage gegen Napoleon Bonaparte im Oktober 1806 machten in Preußen den Weg frei für die notwendige „Revolution von oben": Große Gebietsverluste Preußens nach 1806, erdrückende Tributzahlungen an Frankreich und das Bestreben, sich im Kreis der Großmächte zu behaupten, nötigten zu einer modernisierten Staatsführung, die auf den Grundfesten der Aufklärung beruhte und Teil einer gesamteuropäischen Entwicklung war. Ziel der daraufhin nach ihren Hauptinitiatoren benannten Stein-Hardenbergschen Reformen war eine gründliche Modernisierung von Staat und Gesellschaft: Nur wenige Tage nach dem Amtsantritt von Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein (1857-1831) wurde am 9. Oktober 1807 das berühmteste der damaligen Reformgesetze, das sog. Oktoberedikt erlassen, wodurch die Leibeigenschaft der Bauern, die sog. „Erbuntertänigkeit", in Preußen aufgehoben wurde. Davon ausgenommen blieben nur die ärmsten unter ihnen, die sog. Kossäten, und Kleinbauern, die sich der Hand- und Spanndienste durch Landabtretungen oder Geldzahlungen nicht entledigen konnten.

 

Die am 19. November 1808 in Königsberg von König Friedrich Wilhelm III. verabschiedete und in Kraft getretene „Städteordnung für die Preußischen Staaten" hatte die städtische Selbstverwaltung zum Ziel, um die Verschmelzung der Einzelterritorien zu einem Einheitsstaat voranzutreiben, die Überwindung der Trennung von Gesellschaft und Staat zu erwirken und durch die Förderung der Identifikation der Bürger mit dem Staat eine „Nation" zu schaffen.

 

Durch die Herstellung der städtischen Autonomie wurden den Städten zwar die Gerichtsbarkeit und die Polizeigewalt entzogen, da sie als staatliche Aufgaben betrachtet wurden, dafür erhielten die Städte aber Kompetenzen im Bereich der Verwaltung und des Budgetrechts eingeräumt.

Zu beachten ist jedoch, dass der Begriff „Selbstverwaltung", wie er in der Gegenwart verstanden wird, erst fast ein halbes Jahrhundert später, während der Revolution von 1848/49, geschaffen wird.

Erste Kommunalwahl in Gartz (Oder) 1809

 

Gartz (oder) zählte im Jahre 1809 mit rund 2.500 Einwohnern zu den kleinen Städten in Pommern und hatte laut Festlegung in der Städteordnung 24 (-36) Stadtverordnete und 8 Stellvertreter zu wählen, wobei zwei Drittel aller Mandate in der Stadtverordnetenversammlung den städtischen Hausbesitzern vorbehalten waren, da man der festen Überzeugung war, dass sich diese dem Wohl und Wehe der Stadt besonders verpflichtet fühlen würden.

Die Stadtverordneten waren Repräsentanten der gesamten Gemeinde und nicht einer ständischen Gruppe. Kandidieren und wählen durften nur „Bürger" der Stadt, also Einwohner, die das Bürgerrecht besaßen. Dieses Recht wurde jedem zu teil, der

1.   ein Jahreseinkommen ab 150 Reichstaler vorweisen konnte,

2.   ein Gewerbe oder Handwerk in der Stadt betrieb,

3.   Grund und Boden in der Stadt besaß und

4.   einen einwandfreien Ruf genoss.

Zwar konnten auch Frauen das Bürgerrecht erwerben, doch besaßen sie damit noch kein unmittelbares Stimmrecht, denn dieses konnte nur ein männlicher Vertreter wahrnehmen. Die übrigen Einwohner einer Stadt - gemeint sind volljährige Männer - verblieben im Status der „Schutzverwandten". Der Status eines Bürgers brachte aber nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten mit sich: So war es z. B. strafbar, unbezahlte städtische Ämter abzulehnen oder nicht an den Wahlen teilzunehmen.

 

Von den Gartzer Einwohnern besaßen 60 Bürger das aktive und passive Wahlrecht. Beim aktiven Wahlrecht handelt es sich um das Recht eines Menschen, sich an einer Wahl durch Stimmabgabe beteiligen zu können. Vom passiven Wahlrecht spricht man, wenn jemand von dem Recht Gebrauch macht, sich als Wahlkandidat aufstellen zu lassen, um gewählt zu werden.

 

In Gartz fand die erste Kommunalwahl am 18. August 1809, nach einem, wie damals üblich vorausgegangenen Gottesdienst statt. Zur Wahl war die Stadt in vier Stimmbezirke eingeteilt worden, wobei jeder Bezirk sechs Stadtverordnete und zwei Stellvertreter zu wählen hatte. In jedem Wahlbezirk gab es ein Wahllokal. Dort konstituierten die Wahlberechtigten im Beisein eines Vertreters der alten kommunalen Obrigkeit eine Wahlversammlung. Auf Zuruf wurden die Kandidaten aufgestellt und in eine Liste eingetragen. Es folgte der eigentliche Wahlvorgang, „Kugelung" oder „Ballotage" genannt. Dazu reichte man eine grüne Wahlurne herum, in die die Wähler bei Zustimmung eine weiße Kugel oder bei Ablehnung des Kandidaten eine schwarze Kugel einlegten. Dieser Vorgang wiederholte sich so lange, bis über die gesamte Liste abgestimmt war. Wer die meisten Stimmen auf sich vereinigen konnte, galt als gewählt. In einem Protokoll wurden die Ergebnisse festgehalten und dem vorläufigen Magistrat vorgelegt.

 

Die Amtszeit der Stadtverordneten dauerte drei Jahre. Um einen geregelten Fortgang der Verwaltungsgeschäfte zu gewährleisten und um zu verhindern, dass möglicherweise nach Ablauf der Wahlperiode alle geschäftskundigen Mitglieder aus dem Amt ausschieden, sollte bei Neuwahlen immer nur ein Drittel der Stadtverordneten gewählt werden. So fanden bis 1854 in jedem Jahr Kommunalwahlen statt, danach laut Städteordnung vom 30. Mai 1853 im Zwei-Jahres-Turnus. 1810 und 1811 entschied allerdings das Los, welche Stadtverordneten ihre Mandate vorzeitig abgeben mussten.

 

 

 

Zum Abschluss noch ein paar Worte zur Aufklärung:

 

leider gibt es nicht mehr viele Akten über Gartz, einige sind in den großen Archiven, und wenn wir sie hätten, weiß ich nicht, wer die Schrift aus der damaligen Zeit lesen könnte, wer die Zeit hätte aus diesem Schatz zu profitieren.

 

Liebe Gartzer!

Es wird die Geschichte erzählt, dass die Abgeordneten dieser Stadt verantwortlich dafür sind, dass die Eisenbahnlinie Berlin Stettin nicht über Gartz geführt wurde. So gefunden in einer Schreibmaschinennotiz im Nachlass von Herrn Beyersdorf.

 

Aber bei Berghaus steht auf der Seite 1321 folgendes:

„Gartz aber hat in dieser Entwicklungsperiode (1813 bis 1860 herrschte Frieden) einen harten Schlag erlitten: durch die bereits im Jahre 1837 in Aussicht genommene und demnächst zur Ausführung gekommene Anlage der Berlin-Stettiner-Eisenbahn, welche wegen der Terrain-Schwierigkeiten im Oderbruch bei Gartz die Stadt nicht berühren konnte. Dadurch ist sie von dem großen Landverkehr, dessen sie sich Jahrhunderte lang erfreute, völlig abgeschnitten worden." Und dann noch die fehlende Brückenverbindung, die Greifenhagen bekam.

 

Seihen Sie nachsichtig mit den Beurteilungen von Fehlern Ihrer Vorgänger, wer weiß wie nachfolgende Generationen Ihre Entscheidungen bewerten werden?

18. August 2009 - 200 Jahre Stadtverordnetenversammlung

(31.07.2009)

Bericht des Heimatvereins der Stadt Gartz (Oder) e. V. - Gerd Günzel, Vorsitzender des Heimatvereins

(Quellen zusammengestellt von Dr. Günther Kühne)

 

Damit bestimmte Geschehnisse nicht in Vergessenheit geraten, sollte man ab und zu einige Gedanken zu Papier bringen. Außerdem ist es wichtig, das Gute und Bewährte zu erkennen, sich nach entsprechender Zeit an die Anfänge zu erinnern. Es gibt Traditionen, die einem erst bewusst machen, wo man herkommt und wer man ist.

 

Gartz (Oder) wurde vor 760 Jahren das Stadtrecht verliehen. Vor 10 Jahren feierte man in Gartz dieses Jubiläum 10 ganze Tage lang. Eine wirklich wunderbare Feier wurde damals organisiert.

 

Ein ebenso bedeutsamer Anlass ergibt sich in diesem Jahr für viele Städte. Vor nunmehr 200 Jahren gab es die ersten Wahlen zu den ersten Stadtverordnetenversammlungen. Für die Stadt Gartz finden wir in den Chroniken zur Geschichte von Gartz folgende Notizen. Probst schreibt in den „Beiträge(n) zur Geschichte der Stadt Gartz", veröffentlicht in Schwedt im Jahr 1826, einiges dazu. Ähnliches lesen wir im „Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen" von H. Berghaus, veröffentlicht in Anklam und Berlin im Jahre 1865.

 

Der Heimatverein der Stadt Gartz (Oder) hat in seinem Archiv das Siegel aus dieser Zeit. Um das bekannte Stadtwappen rangt sich folgender Text: „Siegel der Stadtverordneten zu Gartz O. 18. August 1809".

Bei Berghaus liest man folgendes: „ Die Städteordnung vom Jahre 1808 wurde am 18. August 1809 in Gartz eingeführt. 60 stimmfähige Erbenhausbesitzer wählten ihre Repräsentanten, die Stadtverordneten, und diese den Magistrat. Der bisherige Zunftzwang hörte auf und alle Gebote über Freizügigkeit, Gewerbefreiheit und Bürgerrechtserlangung traten in Kraft. Sonst war die Stadt immediat gewesen, d.h. sie stand unmittelbar unter den Landes-Collegien und hatte die freie Wahl ihres Magistrats, welcher nach dem Privilegio vom 16. Mai 1673 die Gerichtsbarkeit in bürgerlichen Streit- und in peinlichen Sachen ausübte und zwei Mal in der Woche seine gewöhnlichen Gerichtstage hielt. Er bestand aus einem Ober-Bürgermeister, als Dirigenten, einem Justiz- Bürgermeister, der sogleich Stadtsekretär war, einem Polizei-Bürgermeister, einem Kämmerer, der auch das Amt eines Fabriken-Inspectors verwaltete, und einem Senator, welcher bei der Kämmerei auch die Stelle eines Controlleurs vertrat."

Probst sagt dazu folgendes:" Erst im Jahre 1808, als die Franzosen die ganze Provinz Pommern bis auf die feste Hauptstadt räumten, da atmeten auch die Gartzer wieder auf. In Folge des, im königl. Dekret vom 19. November 1808 , ausgesprochenen Gesetzes der Städteordnung, ward Gartz zu den Städten dritter Klasse gerechnet, der Bürgerschaft eine wirksamere Teilnahme in die Verwaltung des Gemeinwesens gestattet, am 18. August 1809 der von 60 stimmfähigen Bürgern erwählte neue Magistrat und die Stadtverordneten in ihre Aemter eingesetzt;...". Wenn auch erst im Jahr 1813 die Franzosen endgültig das Land verlassen mussten, kann man sagen dass die Geschicke der Stadt seit 200 Jahren von Bürgern der Stadt demokratisch gelenkt und geleitet werden.

 

Der Bürgermeister und die Stadtverordneten der Stadt Gartz tragen nun eine Tradition ins dritte Jahrhundert. Mit einer guten Arbeit für das Gemeinwohl sorgen sie dafür, dass die Bürgerinnen und Bürger von Gartz gern in dieser Stadt leben und weiterhin Traditionen pflegen. So gehören zum traditionellen Leben die Aufstellung des Maibaumes und ein Blumen- oder Sommerfest.

 

Der Heimatverein ruft hiermit alle Gartzer auf, dem Verein Material und Informationen über die Feste und Feiern sowie andere Traditionen, die heute vielleicht nicht mehr gepflegt werden, zukommen zu lassen, damit diese nicht in Vergessenheit geraten.

16. Gartzer Treffen - Gartz als Mekka für Gäste aus der ganzen Welt

(22.06.2009)

Vom 12. bis 15. Juni 2009 trafen sich zum 52. Mal Menschen aus nah und fern zum Gartzer Treffen. Es fand zum 16. Mal in Gartz (Oder) statt. Neben Gästen aus Bolivien und den Vereinigten Staaten konnte als am weitesten gereiste Teilnehmerin Frau Mios aus Australien begrüßt werden. Im Kanonenschuppen trafen sich am Freitagabend über 130 Gäste. Zu ihnen gehörte auch Frau Erna Baseler (geb. Kemm), die als junges Mädchen erst 1940 nach Gartz zog und jetzt in Weimar lebt. Sie begegnete  Herrn Dr. Kühne in Erfurt, kennt seine Bücher und kommt regelmäßig zu den Treffen der Gartzer. Eingeleitet wurde der Abend durch einen kleinen Musikbeitrag von Julian Lenz. Er begleitete auch den Gesang des Pommernliedes der Gäste.

 

Im Begrüßungswort von Pastor Warnkross, der zu den Veranstaltungen in der Kirche am Wochenende der goldenen und diamantenen Konfirmation einlud, gab es auch ermunternde Worte, die Hoffnung bezüglich einiger Zuzüge nach Gartz ausdrückten. Ebenso optimistisch war die Darstellung der Entwicklung von Gartz durch den Bürgermeister Herrn Fleischmann. Er rief die Grundstückseigentümer auf, gemeinsam mit ihm die Stadt zu verschönern.

 

Einen Höhepunkt des Gartzer Treffens bildete  die Ausstellung im Spittel. Zu diesem Anlass war der Autor und Begründer der Buchreihe „Gartz an der Oder - Geschichtliches und Geschichten", Herr Dr. Günther Kühne, eigens nach Gartz gekommen. Er hatte am Freitag, gemeinsam mit seiner Frau, seinen 80. Geburtstag in Gartz gefeiert und wurde im Gartzer Kanonenschuppen mit einem kleinen Geburtstagständchen und zahlreichen Gratulationen bedacht.

 

Auf der Vernissage seiner Ausstellung am Samstag im Spittel wurden ihm Grüße von zahlreichen Wegbegleitern und Gartzern übergeben, die ihm halfen, die Bücher zu schreiben und ihm Informationen sowie Bilder zur Verfügung stellten. Die Eröffnung wurde von Schülerinnen der Grundschule Gartz mit einem kleinen Kulturprogramm umrahmt. Darunter war ein von Maria Hegeholz selbst geschriebenes und vorgetragenes Gedicht zum Frühling an der Oder. Diesen Akteuren gilt der Dank aller ca. 50 Anwesenden.

 

Dank wurde vom Vereinsvorsitzenden auch dem Tischlermeister Lutz Hegeholz und der Tischlerei M. Seeger aus Penkun für die tadellose Restaurierung des Hauptportals der Heilig-Geist-Kirche, genannt „Spittel", gezollt. In weit über 100 Stunden arbeitete er die mehrere Hundert Jahre alte Tür in seiner Freizeit auf. So setzt diese jetzt beim Eintritt zu Veranstaltungen neue Akzente. Die Ausstellung, die am Wochenende so viele Besucher anzog, informierte über alle in den letzten 13 Jahren herausgegebenen 10 Bücher über die Gartzer Geschichte, der o.g. Reihe. Jeder konnte in den Büchern blättern oder sich an den Tafeln über den Inhalt der Bücher informieren.

 

Am Samstagnachmittag fuhren 40 Personen nach Przelevice (Prillwitz) in den ca. 20 ha großen Dendrologischen Garten. Zu sehen war neben einem Schloß, einer Orangerie und einem Hotel auch der Park mit Blumen, Sträuchern und vielen sehr alten Bäumen. Die Zeit reichte für einen so großen Garten bei weitem nicht aus. Der Sonneschein und die gemütliche Atmosphäre sorgten für einen gelungenen Nachmittag.

 

Gerd Günzel

Vereinsvorsitzender

Plattdeutscher Abschluss des 16. Gartzer Treffens

(22.06.2009)

Das Gartzer Treffen wurde, wie schon seit langer Zeit, mit dem Plattdeutschen Nachmittag abgeschlossen. Es trafen sich, wie gewohnt bei Kaffee und Kuchen in einer gemütlichen Atmosphäre, 80 Gartzerinnen und Gartzer sowie Gäste aus nah und fern in der St. Stephans Kirche zu Gartz (Oder). Nachdem Herr Pastor Sadewasser und Frau Inge Wollf den Nachmittag über sehr viele Jahre als ausgesprochen gutes und professionelles Team gestalteten, dafür nochmals unser großer Dank, gab diesmal Herr Pastor Dr. Ulrich Drans aus Löcknitz ein lustiges und für alle heiteres Stelldichein. Zwei Lieder auf platt wurden von ihm mit eigener Begleitung am Keyboard vorgetragen.  Das Ganze wurde von drei kleinen Geschichten aus der Uckermark von Inge Wolff abgerundet. Der Dank von den Gästen, vom Heimatverein und vom Pastor Warenkross gilt den beiden Vortragenden. Die Runde war sehr vergnügt, alle gingen mit viel Gesprächsstoff nach Hause und wollen auch im nächsten Jahr wieder kommen. Wieder kommen werden auch hoffentlich alle Besucher der Veranstaltungen des 16. Gartzer Treffens. Die Besucherzahlen waren sehr gut und der Trend, dass einige Jahrgänge der Gartzer Schulen an diesem Wochenende ihr Klassentreffen planen ist zu erkennen und sollte unbedingt von anderen aufgegriffen werden. Der Vorstand des Heimatvereins bedankt sich bei allen, die zum Gelingen des Treffens beigetragen haben und wünscht sich auch für die nächsten Jahre solch aufgeschlossene und gut aufgelegte Gäste.

 

Gerd Günzel

Ausstellung in den Räumen der Sparkasse

(24.08.2008)

Der Heimatverein wird gemeinsam mit der Sparkasse Uckermark in den Räumen der Filiale Gartz (Oder) am 18.09.2008 um 15.30 Uhr die Ausstellung "Gartz Gestern und Heute" eröffnen. Sie wird bis zum Ende der Kranichwoche zu sehen sein. Diese Ausstellung, die wir hier in der Sparkasse zeigen wollen, wurde im Jahr 2005 geschaffen. Sie ist ein Gemeinschaftswerk von Heimatverein und Oberschule und der Bibliothek in Gryfino. Die Ausstellung trägt den Titel "Gartz Gestern und Heute". Sie zeigt Fotos aus den Jahren 1900 bis 1945 der Gebäude und Straßenzüge von Gartz (Oder). Dem gegenübergestellt wurde eine Aufnahme von Heute. Gartzer Schüler der AG Fotografie unter Leitung des Lehrers, Herrn Stahl aus Gartz, fotografierten im Sommer 2005 die Motive von damals. Das Ganze wurde dann in Gryfino mit deutschen und polnischen Texten versehen. Diese Ausstellung war dann einen Tag im September im Spittel zu sehen. Dann einen Monat in Gryfino im Erlebnisbad Laguna und noch einmal im Jahr 2006 einen Tag in Wentorf, einer Partnergemeinde von Gartz in der Nähe von Hamburg zum ADVENTorfer Markt. Diese Ausstellung verdeutlicht jedem Betrachter, was für eine stolze Stadt Gartz (Oder) einmal war. Sie zeigt auch immer noch deutlich die schmerzlichen Wunden des 2. Weltkrieges und die Nachteile einer fast vergessenen Grenzregion. Also bringen Sie für Ihren nächsten Besuch in der Sparkasse etwas Zeit mit.