Stettiner Tor


Das Stettiner Tor ist eines der wichtigsten Wahrzeichen der Stadt. Stolz und kantig ist es im Stil der norddeutschen Backsteingotik zu sehen. Es ähnelt anderen Bauwerken in den Hansestädten: Im 14. Jahrhundert wurde die Stadt Gartz zweimal als Mitglied der Hanse genannt, sie gehörte zum sogenannten Hanse-Netzwerk. Die Hanse war ein loser Zusammenschluss von Handelsstädten und Kaufleuten, der den Handel und gegenseitigen Schutz im nördlichen Europa förderte. Das große Stettiner Tor ist das einzige von vier Stadttoren, das noch erhalten blieb. Ursprünglich wurde es im 13. Jahrhundert aus Granitfindlingen erbaut. Es hat einen rechteckigen Grundriss. Im 15. Jahrhundert wurde der dreigeschossige Backsteinbau aufgesetzt. Im ersten Stock befandet sich eine enge, gewölbte Gefangenenkammer. Zur Stadtseite hin zeigt das Gebäude hoch oben ein Monogramm F.W. 1726. Darunter befindet sich ein deutlich herausragender Balken mit Aufzugsvorrichtung. Er diente früher zum Transport der verschiedensten Lagergüter in die drei Geschosse. Noch in den Jahren um 1950 wurden die Räume zum Trocknen von Arzneipflanzen und Tabak genutzt. Das hohe Torhaus hat ein Satteldach und wird zur Feldseite sehr eindrucksvoll von einem Ziergiebel verdeckt. Er fällt durch die hohen, durchbrochenen Fensternischen auf. Die Durchfahrt ist in spitzbogiger Bauweise hergestellt. Die dazu gehörige Außentür stammt aus dem Jahr 1751. Das Bild des historisch berühmten Ferdinand von Schill ist in der Tordurchfahrt eingelassen. Im Frühjahr 1809 hielt sich der preußische Husarenoffizier mit seinem Regiment für kurze Zeit hier auf, bevor er nach Stralsund weiterzog. Die zweite Durchfahrt entstand 1935, um den Straßenverkehr an dieser Stelle zu entlasten.








