Radverkehrsanalyse Oder-Neiße-Radweg

Amt Gartz (Oder)

Radverkehrsanalyse Oder-Neiße-Radweg 2023 zeigt wirtschaftliche Bedeutung des Radfernwegs D12

 

 

 

 

 

 

Der Radverkehr ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor im Tourismus. Wie bedeutend, wurde im Rahmen der Radverkehrsanalyse Oder-Neiße-Radweg 2023 untersucht, die der Landkreis Spree-Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa im Namen mehrerer Projektpartner in Auftrag gegeben hat. Die Untersuchung setzt die Reihe der Radverkehrsanalysen fort, die für den brandenburgischen Abschnitt des Oder-Neiße-Radwegs bereits seit 2009 durchgeführt werden. Die Ergebnisse der Studie wurden am 13. Mai 2024 im Theater am Rand in Zollbrücke (Brandenburg) vorgestellt.

 

320.000 Radfahrende | 190.000 Radtouristen | 10 Mio. € Umsatz

Für die Untersuchung wurde das Radverkehrsaufkommen an neun Standorten auf dem deutschen Abschnitt des Oder-Neiße-Radwegs über den gesamten Jahresverlauf 2023 erfasst. Um die Zusammensetzung der Nutzungsgruppen herauszufinden, wurden zwischen Juni und September an sieben Standorten Vorbeiradelnde zu ihrer Motivation, Fahrtweite und ihrem Ausgabeverhalten befragt. Da der touristische Radverkehr im Fokus der Befragungen stand, wurden Alltagsradelnde nur zahlenmäßig erfasst.

 

In Summe wurden an allen Querschnitten auf dem Oder-Neiße-Radweg über 320.000 Radfahrende gezählt, über 1.200 davon nahmen an den Befragungen teil. Aus ihren Angaben lässt sich berechnen, wie viele Tagesausflügler und Radreisende im Jahr 2023 den Oder-Neiße-Radweg befahren haben. So ist von 170.000 Tagesreisenden und 22.000 Radurlaubern (Strecken- und Regioradelnden) auszugehen, die insgesamt rd. 10 Mio. € in der Region ausgegeben haben.

 

Erste länderübergreifende Zusammenarbeit 

Die Radverkehrsanalyse Oder-Neiße-Radweg 2023 ist die erste Zusammenarbeit mehrerer Projektpartner aus den Ländern Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Dies sind neben dem Landkreis Spree-Neiße/ Wokrejs Sprjewja-Nysa auch der Landkreis Märkisch-Oderland, die Städte Frankfurt (Oder) und Guben, das Amt Gartz (Oder), der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. und die Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbH. Das Vorhaben wurde durch die IGS Ingenieurgesellschaft Stolz mbH, Berlin fachlich umgesetzt. 

 

Die für diese Zusammenarbeit geschlossene Kooperationsvereinbarung soll über das Projekt hinaus für die Anwendung der Ergebnisse und das Betreiben der Radroute fortgesetzt werden. Die gewonnenen Daten aus der Radverkehrsanalyse liefern die Argumentationsgrundlage zur Begründung von Investitionen in den Erhalt des Radweges und den Ausbau der touristischen Infrastruktur. Der Oder-Neiße-Radweg / D-Route 12 ist Deutschlands östlichster Radfernweg und hat als Teil des D-Routen-Netzes und der EuroVelo-Routen nationale wie internationale Bedeutung. Mit der beabsichtigten Zusammenarbeit soll den Ansprüchen der Radler auf dieser Strecke zukünftig noch mehr gerecht werden.

 

Hintergrundinformation: Die Radverkehrsanalyse als Instrument der Marktforschung

Die Radverkehrsanalyse ist ein erprobtes Instrument zur Untersuchung von Radverkehrsströmen und der Bedeutung des Radverkehrs als Wirtschaftsfaktor im Tourismus. Dabei kommen drei Bausteine zum Tragen: Fest installierte Radzählgeräte erfassen über den Jahresverlauf alle Radfahrenden, die den Messpunkt passieren. Zusätzlich werden an mehreren Standorten der Radverkehrszählungen die vorbeifahrenden Radfahrenden befragt. Dies geschieht am Wochenende in mehreren Intervallen über die Radsaison verteilt. Bei den Befragungen werden neben soziodemografischen Angaben auch Fragen zu Etappenlängen, Zufriedenheit und dem Ausgabeverhalten gestellt. Die Verknüpfung der Zähl- und Befragungsdaten ist der dritte Baustein der Radverkehrsanalyse. Hierbei werden die Anzahl der Radtouristen auf dem Oder-Neiße-Radweg, deren Ausgaben sowie die Wertschöpfung und das Verhältnis der Ausgaben und Einnahmen berechnet.

 

Durch die Verknüpfung der Mess- und Befragungsdaten wird ein differenziertes Bild der Radverkehrsnachfrage auf dem Oder-Neiße-Radweg abgeleitet. Insbesondere mit der Unterscheidung nach Nutzendengruppen (Alltags- und touristischer Radverkehr) besteht die Möglichkeit, Entwicklungen darzustellen und die Ausrichtung der touristischen Angebote und der Qualitätsentwicklung zu steuern. Über die Datenanwendung können neben der Anzahl der Radtouristen auf dem Radweg auch wirtschaftliche Kenngrößen wie die Wertschöpfung ermittelt werden. 

 

 

 

Bild zur Meldung: Radverkehrsanalyse Oder-Neiße-Radweg