Autobahn bis zum Tempelhofer Feld

Amt Gartz (Oder), den 14.11.2015

Als Deutschlands letztes Stück Reichsautobahn rückte die A 11 bei Schmölln in den letzten Jahren in den Fokus der Autofahrer. Bei Schmölln wird immer noch auf den 1936 verlegten Betonplatten gefahren. Auch die besseren Anbindungen der Stadtzentren von Berlin und Stettin lassen noch auf sich warten.

 

 

Die A 11 verbindet Berlin und die ihr nächstgelegene Großstadt Stettin (Szczecin, Polen). Mit dem Bau der Autobahn Berlin - Stettin wurde am 21. März 1934 begonnen. Die gesamte Strecke wurde am 27. September 1936 dem Verkehr übergeben. Sie war die weltweit erste Autobahn zwischen zwei Großstädten. Die meiste Zeit und gute Nerven benötigen die Autofahrer jeweils zwischen der A11 und den Stadtzentren von Berlin und Stettin. Das zu ändern, wird für die Berliner und Stettiner Verkehrsplaner die größte Herausforderung für die nächsten Jahre sein.

 

Zwischen dem Dreieck Barnim an der Stadtgrenze von Berlin geht es auf der Bundesstraße 2 durch Lindenberg, Malchow und Weißensee - auch zum Ärger der Anwohner rund um die Uhr nur schleppend voran. Dabei bestand eine Planung für eine Verlängerung bis zum Tempelhofer Feld ins Stadtzentrum von Berlin. Diese Verlängerung war bereits in den 1930er Jahren geplant. In der Zeit der DDR gab es in Berlin ein Büro für Tiefbauplanung und Koordinierung, welches die vor dem 2. Weltkrieg geplante Weiterführung der Autobahn in die Bauplanung von Ostberlin einbezog. Aus diesem Grund gab es bis 1989 eine sogenannte Freihaltetrasse quer durch die Stadtbezirke Ahrensfelde und Marzahn. Derzeit gibt es keine belastbaren Planungen, die A 11 und das Berliner Stadtzentrum besser anzubinden.

 

Überlegungen, das Stadtzentrum von Stettin besser an die Autobahn anzubinden, gibt es hingegen auf polnischer Seite - das aber bereits seit Jahren. Die sogenannte strategische Westumfahrung von Stettin sieht vor, die zweispurige Nationalstraße 13 über den Hermann-Haken-Kreisel, an den Einkaufsmärkten vorbei, westlich neu an die Autobahn anzubinden. Diese Umsetzung dürfte auch davon abhängen, wann sich IKEA im Stettiner Umland niederlässt und inwieweit die Nationalregierung Finanzmittel für die Westumfahrung zur Verfügung stellt. Über entsprechende Überlegungen informierte Jacek Stachyra vom Landkreis Pölitz (Police, Polen) bereits in der Sitzung des Amtsausschusses des Amtes Gartz (Oder) am 14. Juni 2010. Mit einer baldigen Konkretisierung dieser Überlegungen wird derzeit nicht gerechnet.

 

Amtsdirektor Frank Gotzmann sieht in einer zeitgemäßen Anbindung von Berlin und Stettin an die A 11 positive Wirkungen für das Amt Gartz (Oder). Er steht deshalb in Kontakt zu den Verantwortlichen in den Straßenbauämtern und setzt sich für die Einwohner seines Amtes immer wieder für eine gute Infrastruktur ein.

 

Stand: 14.11.2015

 

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