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Wie alles anfing von Lutz Höppner (alias Lou)

Alles begann 1988. Wir waren damals zwölf Berliner Jungs, die sich alle von der Schule kannten. Es war an einem dieser langen Mai-Wochenenden, an dem wir einen Dachstuhl für meinen Vater in Mescherin stellten. Auf einmal hatte jemand ein Stück Holz in der Hand, das einem Baseballschläger ähnlich sah. Wenig später standen wir auf der Wiese der Mescheriner Badestelle. Unserem Hund wurde, trotz seines lautstarken Protests, der Gummiball entwendet, zwei Mannschaften ausgemacht und einfach losgespielt. Was wussten wir damals schon über Baseball? Dieser Sport war in der DDR gänzlich unbekannt! Vielleicht machte es ihn deshalb attraktiv für uns. Jeder wusste ein wenig aus amerikanischen Filmen. So war es nicht weiter schwierig, ein vereinfachtes Regelwerk festzulegen. Dieses wurde, genau wie die Ausrüstung, im Laufe der Jahre immer mehr dem Original angeglichen. Baseball wurde zu einem festen Bestandteil unserer Treffen in Mescherin. Seit dem Beginn der neunziger Jahre spielen wir regelmäßig an zwei Wochenenden im Jahr. Der Mai und der September sind so für alle Beteiligten zu einer Art Heiligtum geworden. Aus dem ursprünglichen Dutzend sind inzwischen 32 Männer geworden, von denen schon die ersten ihre Söhne mitbringen. Wir treffen uns Freitagabend in Mescherin und feiern gemütlich am Lagerfeuer das Wiedersehen. Für viele macht gerade das den besonderen Reiz aus: Mit alten Freunden lachen und diskutieren über Probleme reden oder einfach nur mit dem Blick ins Feuer die Seele baumeln lassen. Samstagmittag gegen zwölf ziehen wir dann zum Sportplatz Mescherin. Mit dem selbst gebauten Kreidewagen wird das annähernd genau vermessene Spielfeld markiert und die sogenannten Bases platziert. Die Mannschaften werden gewählt und das große Spektakel beginnt. Von da an kann man amüsiert beobachten, wie sich eine Horde Männer im besten Alter die Lungen aus den Hälsen rennen. Jeder von ihnen hat den Ehrgeiz, den Ball einmal so zu schlagen, dass er unerreichbar für den Gegner ist, ein darauffolgender Homerun ist das Höchste der Gefühle. So vergehen schon mal fünf bis sechs Stunden, in denen die Teams immer wieder neu gemischt werden. Die meist untrainierten Muskeln fordern oft noch Tage später ihren schmerzenden Tribut. Doch irgendwann treiben Hunger und Erschöpfung alle Stars der Fireballs zurück zum Lagerplatz. Nach einer erfrischenden Dusche und mehreren saftigen Steaks finden sich alle wieder um das Lagerfeuer ein und es folgt ein weiterer Höhepunkt: Die Abstimmung über den Pokalsieger. Hierbei fließen außer sportlichem Ergeiz auf dem Feld auch peinliche und komische Situationen mit ein. Kenner des Sports werden sicher bemerken, das unsere Art zu spielen nicht mit den: Original American Baseball zu vergleichen ist. Es ist auch nicht Softball, wie Kinder- und Damenmannschaften ihn spielen. Nein, wir werfen den Ball etwas schwächer und schlagen öfter einmal vorbei, haben dafür aber zweimal im Jahr richtig großer Spaß. Wir spielen eben Fun-Baseball. Am Sonntag, dem 27 August 2000, war unser erster offizieller Auftritt vor Publikum aus Anlass des Brandenburger Dorffestes 2000 in Mescherin.