Zweigleisiger Ausbau nach Stettin

Amt Gartz (Oder)

Die Bahnstrecke von Berlin nach Stettin (Szczecin, Polen) soll nun doch zweigleisig ausgebaut werden. Das erklärte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Herr Richard Lutz, am 13. März 2018 in Neuhardenberg.

 

 

 

Ursprünglich wollte die Deutsche Bahn AG und das Bundesverkehrsministerium trotz der jahrelang anhaltenden Proteste nur einen eingleisigen Ausbau umsetzen. Das wurde von weiten Teilen der Bevölkerung, dem Amt Gartz (Oder), dem Landkreis Uckermark, dem Bundesland Brandenburg als auch von der polnischen Großstadt Stettin als völlig unzureichend abgelehnt.

 

Der Vorstand für Infrastruktur, Herr Ronald Pofalla, erklärte am 13. März 2018, dass die Ausbaupläne jetzt verändert werden. Er rechnet mit einer Verzögerung von nur einem Jahr. Die zweigleisig ausgebaute Strecke zwischen Angermünde und Stettin könne bereits 2023 in Betrieb gehen. In der Märkischen Oderzeitung vom 15. März 2018 heißt es dazu: Jetzt fällt dem Gartzer Amtsdirektor Frank Gotzmann ein Stein vom Herzen. Der Rufer in der Wüste hat jahrelang nicht lockergelassen, sich herumgestritten und geschimpft. "Wir sind froh und glücklich", entfährt es ihm. "Allerdings bleiben wir aufgrund der Erfahrungen, die wir in all den Jahren gesammelt haben, misstrauisch. Wir hoffen, dass die ministeriellen Arbeitsgruppen nicht wieder Gründe gegen eine zügige Umsetzung finden. Wir werden die Sache also weiter kritisch begleiten."

 

Die Bahnstrecke Berlin - Stettin wurde vor 175 Jahren am 15. August 1843 feierlich eröffnet. Bereits am 1. August 1873 war die gesamte Strecke zweigleisig ausgebaut. Das zweite Gleis wurde 1945 nach dem Zweiten Weltkrieg als Reparationsleistung abgebaut. Ministerpräsident Dietmar Woidke warnte 2017 in Berlin ungewöhnlich deutlich „vor Verzögerungen und halbherzigen Lösungen“ beim Ausbau der Strecke nach Stettin. Das Nadelöhr ist ein lediglich 28 km langer Abschnitt zwischen Passow und der Staatsgrenze, der nicht elektrifiziert und immer noch eingleisig ist. Zum Teil ist die Geschwindigkeit vor Passow auf 50 km/h beschränkt. Aufgrund dieser Schwachstellen ist ein verlässlicher Takt von Regionalzügen zwischen Berlin und Stettin bislang nicht möglich. Der Gartzer Amtsdirektor, Herr Frank Gotzmann, fordert nach dem zweigleisigen Ausbau eine grundsätzliche Neuausrichtung des Nahverkehrs auf der Stettiner Bahn, wie z. B. einen stündlichen Regionalexpresszug als umsteigefreie Direktverbindung zwischen Berlin, Angermünde, Tantow und Stettin. 

 

Stand: 21.03.2018

 

Foto: Privat