Neues Autobahnkreuz Stettin West

Amt Gartz (Oder)

Der Neubau eines Autobahnkreuzes im Süden von Stettin, der Bau der Ortsumgehung von Pritzlow (Przecław) und Klein Reinkendorf (Warzymice) rücken in greifbare Nähe. Das Ausschreibungsverfahren wurde beendet, der Auftrag aber noch nicht vergeben.

 

 

 

Zwischen der Autobahn und dem Stettiner Kreisverkehr „Hermann Haken“  soll eine neue, 6,5 Kilometer lange Schnellstraße mit je zwei Richtungsfahrbahnen gebaut werden. Mit dieser Straßenführung werden die Kraftfahrzeuge an den Ortschaften Pritzlow und Klein Reinikendorf in unserer Nachbargemeinde Kolbitzow (Kołbaskowo) vorbeigeführt. Durch diese beiden Ortsumgehungen soll der innerörtliche Verkehr vom überörtlichen Durchgangsverkehr getrennt und die Großstadt Stettin besser an das Autobahn- und Schnellstraßennetz angeschlossen werden.

Im Zuge dieser Investition wird im Süden von Stettin ein neues Autobahnkreuz errichtet, das sog. Autobahnkreuz Stettin West (Węzeł Szczecin Zachód). Die jetzige Anschlussstelle Kołbaskowo, eröffnet als Stettin-Süd, ist eine der ältesten Anschlussstellen mit einer heute nicht mehr anzutreffenden „Minol“-Tankstelle und gepflasterter Auffahrt. Sie wurde 1936 errichtet und wird nach Abschluss dieser Bauarbeiten geschlossen. Eine neue Anbindung der Autobahn an die Bundesstraße 2 bei Rosow ist mehrfach diskutiert worden, ist aber aufgrund des zu geringen Fahrzeugaufkommens in diesem Abschnitt nicht vorgesehen. Allerdings schloss die Straßenbaubehörde in Warschau eine solche Verlängerung nicht grundsätzlich aus. Die aus Deutschland kommende Bundesstraße 2 wird kurz hinter dem Gelände von Amazon in diese neue Schnellstraße 31 eingebunden.

 

Das wirtschaftlich günstigste Angebot für diese Straßenbaumaßnahme gab die Firma Energopol Szczecin S.A. ab. Es beläuft sich auf 33,1 Millionen Euro (140 Millionen Złoty, PLN). Nach noch nicht erfolgter Auftragsvergabe hat dieses Unternehmen 34 Monaten Zeit, das Bauvorhaben umzusetzen. Über erste Überlegungen zu dieser Baumaßnahme im Rahmen einer Westumfahrung vo Stettin informierte Vizelandrat Jacek Stachyra vom Landkreis Pölitz (Police, Polen) auf Einladung des Amtsdirektors Frank Gotzmann bereits am 14. Juni 2010 in Gartz (Oder). Amtsdirektor Frank Gotzmann pflegt im Interesse der Einwohnerschaft und örtlichen Unternehmen einen engen Kontakt zu den Verantwortlichen in den Straßenbaubehörden beidseits der Oder.

 

Die A 11, genannt Berlinka, ist eine der ältesten deutschen Autobahnen vom Berliner Ring bis (zur heutigen Bundesgrenze bei) Stettin. Die Strecke führt in weiten Teilen durch landschaftlich reizvolle Naherholungs- und Naturschutzgebiete. Der Abschnitt vom Berliner Ring bis Joachimsthal wurde am 4. April 1936 dem Verkehr übergeben, das nördlich anschließende Teilstück bis Stettin-Süd – heute die erste Anschlussstelle hinter der Bundesgrenze in Polen - am 27. September 1936. Die in den letzten Jahren wieder viel benutzte, historisch noch weitgehende erhaltene Autobahnabfahrt Stettin-Süd führt heute die Bezeichnung Kołbaskowo und wird nach dem Neubau des neuen, westlich gelegenen Autobahnkreuzes geschlossen.

 

Stand: 31.01.2017 (30.10.2017)