Kanonenschuppen Gartz (Oder)


Alter Sportplatz
16307 Gartz (Oder)

Homepage: www.kanonenschuppen-gartz.de

 

Er wurde 1850 als Magazin für das Militär erbaut und diente dann 30 Jahre lang als Kanonenlager. Nach Abzug des Militärs, ca. 1871, wurde er bis 1934 als Feuerwehrdepot, Kistenfabrik und Bergehalle genutzt. Nach 1945 entstand dort eine Obdachlosenunterkunft. Später wurden Landwirtschaftsgüter darin gelagert. Der Kanonenschuppen wurde 1995 als öffentliche Kulturstätte für die Stadt und ihre Besucher nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten übergeben.

 


Aktuelle Meldungen

Gelungene Veranstaltungen: Großes Wochenende für den Heimatverein

(12.09.2010)

Der Heimatverein der Stadt Gartz (Oder) und die Bibliothek Gryfino luden am Samstag zum deutsch-polnischen Workshop mit den Themen „Gartz und Gryfino auf historischen Landkarten“ und „Pilgerweg entlang der Reichsstraße 2“ in den Kanonenschuppen ein. Ansinnen war und  ist es, der Region entlang der Bundesstraße 2 den historischen Pilgerweg ins Gedächtnis zu rufen und gemeinsam mit allen Interessierten theoretische Ansätze für eine Wiederbelebung sowie mögliche positive Einflüsse auf die Entwicklung der Region zu diskutieren. Unterstützt wurde dieses Projekt von der Pomerania. Für eine sehr gute Bewirtung sorgte das Team des Kanonenschuppens. Der Veranstaltungs­service Wiebeck sicherte eine optimale Bild- und Tonqualität.

 

Der Vorsitzende des Heimatvereins, Gerd Günzel, konnte über fünfzig Gäste aus Polen und Deutschland begrüßen. Im Rahmen seiner einleitenden Worte über das Pilgern, machte er auf die ausgestellten Kunstwerke zum Pilger und zur Muschel, als Zeichen des Pilgerweges, aufmerksam. Diese wurden von Gartzer Handwerkern und einer Hobbykünstlerin angefertigt. Frau Dr. Gisela Gooß vom Förderverein Kloster Chorin sprach über die Bedeutung der Reichsstraße „via imperii“. Der Verlauf der heutigen Bundesstraße 2 in Deutschland entspricht im Wesentlichen noch dieser über 1000 Jahre alten Straße. Mit Wort und Bild schilderte sie eindrucksvoll den Weg, mit den an ihm liegenden Städten, Klöstern und Kirchen, Flussüberquerungen, Naturparks usw..

 

Frau Buschmann und Frau Schulz von der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), berichteten über die Erfahrungen bei der Wiederbelebung alter Pilgerwege im Land Brandenburg. Sie informierten, dass sich mit Beginn des neuen Semesters die StudentInnen an die Wiederbelebung des Pilgerweges zwischen Szczecin und Berlin heranwagen werden. Dazu benötigen sie die Unterstützung der Kommunen und Kirchen hier vor Ort.

 

Nach einer Pause hörten die Gäste wissenschaftliche Vorträge von Dozenten der Szczeciner Universität.  Dr. Radislaw Skrycki sprach über die ältesten Karten von Pommern und deren Inhalte. Vielen Zuhörern war neu, dass diese alten Karten oft für politische Zwecke missbraucht bzw. viele Jahre später einfach nachgenutzt und abgezeichnet wurden, ohne sie an die (politische) Realität angepasst zu haben. Die Aussagen, die diese Karten treffen, müssen stets von den Wissenschaftlern mit anderen Zeitdokumenten abgeglichen werden. Dies bestätigte auch der Vortrag zum Pilgern im Mittelalter von Dr. Rafael Siminski. Er hatte festgestellt, dass nicht jeder, der einen Reisebericht geschrieben hatte, auch selbst auf Reisen gegangen war. An seinem Lehrstuhl werden historische Dokumente, wie z. B. Testamente, alte Pilgerbeschreibungen, Aufzeichnungen über Reisekosten, untersucht, um zu klären: wer pilgerte, weshalb und zu welchen Orten wurde gepilgert.  

 

Nach den Vorträgen begaben sich die Gäste zum Heilig-Geist-Hospital (Spittel) um sich die Landkarten aus über 500 Jahren Geschichte anzusehen. Die beiden Projektpartner hatten anlässlich des Tages des offenen Denkmals die Ausstellung „Gartz und Gryfino auf historischen Landkarten“ im Spittel in einem Workshop Anfang Juli vorbereitet.

 

Zum Tag des offenen Denkmals war diese Ausstellung dann der Öffentlichkeit zugänglich. Viele Bürger der Stadt und aus der Region nutzten das schöne Wetter für einen Besuch des historischen Gebäudes. Die Ausstellung stieß auf viel Interesse und Anerkennung.

 

Der Heimatverein wird diese Ausstellung zum nächsten Gartzer Treffen am 25. und 26.Juni 2011 erneut zeigen.

Aufgrund der großen Anzahl alter Karten und der Darstellung der gesamten Region (Pommern, Brandenburg, Uckermark), wird sie beiderseits der Oder die Freunde der Historie begeistern. Sie ist als zweisprachige Wanderausstellung konzipiert.

 

Gerd Günzel

Vereinsvorsitzender

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